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Erweiterte Förderrichtlinien für Kirchengemeinden bei Umsetzung von Maßnahmen der Energieoffensive

Mit den erweiterten Förderrichtlinien wird geregelt, an welchen Gebäuden welche Maßnahmen eine finanzielle Förderung durch das Erzbistum Paderborn erhalten. Im Wesentlichen gelten diese Bestimmungen für betriebsnotwendige Kirchen, Pfarrhäuser und Pfarrheime und Gemeindezentren.  

Stellten im Gespräch die erweiterten Förderrichtlinien für Kirchengemeinden bei Umsetzung von Maßnahmen der Energieoffensive vor (v.l.n.r.) Florian Lüdeke, Katrin Käuper, Nikolas Müller.

Wir sprachen mit dem Referatsleiter Baufinanzierung Kirchengemeinden der Hauptabteilung Finanzen im Erzbischöflichen Generalvikariat, Florian Lüdeke, und den beiden Referenten der Fachstelle Energieoffensive in der Zentralabteilung Bauamt des Erzbischöflichen Generalvikariates, Katrin Käuper sowie Nikolas Müller, über die Neuerungen.      

pdp: Herr Lüdeke, Sie haben an den neuen Förderrichtlinien mitgewirkt. Was war der Anlass, die vorhandenen Richtlinien zu ergänzen?  

Florian Lüdeke: Wir sahen schon seit geraumer Zeit die Notwendigkeit, unsere Förderrichtlinien auf die aktuelle Zeit und die aktuellen Bedarfe vor Ort anzupassen. Ehrenamtliche teilen uns mit, was augenblicklich von ihnen gebraucht wird und wir versuchen, diese Erfordernisse innerhalb unserer Rahmenvorgaben unterzubringen. Auch das „Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn“ besagt, dass wir die Bedürfnisse der Kirchengemeinden mehr in den Fokus unseres Handelns rücken sollen. Im Zusammenhang mit der jetzigen Überarbeitung der Förderrichtlinien war es ein wichtiger Impuls, dass die Energieoffensive in unserem Erzbistum ihre Jahresergebnisse vorgestellte. Die Auswertung der Energiegutachten in den Kirchengemeinden ermöglicht uns eine verwertbare Ausrichtung, da hier sinnvoll durchzuführende Maßnahmen nach definierten Vorgaben identifiziert werden. Grundsätzlich ist bedeutsam, dass die jetzige Ergänzung der Förderrichtlinien zum Bereich Energieoffensive nur der Startschuss zur generellen Überarbeitung ist.      

pdp: Welche Förderbestandteile sind denn im Wesentlichen neu hinzugekommen?  

Florian Lüdeke: Generell können nun alle energetischen Maßnahmen gefördert werden, die in einem besonderen Gutachten als wirtschaftlich sinnvoll ausgewiesen werden. Voraussetzung ist jedoch, dass diese Gutachten von einem der akkreditierten Energiegutachter nach den Vorgaben der Energieoffensive erstellt wird. Neu ist insbesondere, dass mit entsprechendem Energiegutachten der Zugang zu einer erweiterten Förderung ermöglicht wird. Selbst die einmalige Umrüstung der Beleuchtung auf LED wird so förderfähig. Allerdings wird speziell diese Förderung auf die im Gutachten ausgewiesenen zu erwartenden Kosten limitiert. Somit werden lediglich Leuchtmittel gefördert, nicht aber aufwändige Lampenkonstruktionen, die eventuell sogar künstlerisch gefertigt werden müssen.  

Gemäß der Förderrichtlinien können alle energetischen Maßnahmen unter 15.000 Euro im vereinfachten Verfahren über den pauschalierten Bauzuschuss (PBZ) durch den jeweiligen Gemeindeverband abgerechnet werden. Das betrifft insbesondere kleininvestive Maßnahmen wie Pumpentausch, hydraulischer Abgleich, Rohrleitungsdämmung, Einbau von Zwischenzählern, LED-Leuchtmittel, Optimierung und Einstellung der Heizungsregelung. Wie schon erwähnt, ist die Voraussetzung einer Förderung, dass die Maßnahmen im Gutachten als wirtschaftlich ausgewiesen sind. Details sind auch auf der Internetseite der Energieoffensive zu finden.  

Da es uns ebenso ein Anliegen ist, einzelne Maßnahmen zu ganzen Maßnahmen-Paketen zusammen zu schnüren, um so eventuelle Kosten für Anfahrt, Einrüstung nur einmalig aufkommen zu lassen, gibt es bei energetischen Maßnahmen über 15.000 Euro eine mit zehn Prozentpunkten höhere Förderung. Das ursprüngliche Antragsverfahren, also die Anerkennung auf Baubedarf, hat natürlich auch weiterhin für den Kirchenvorstand seine Gültigkeit. Der jeweilige Gemeindeverband hilft den Kirchengemeinden dabei explizit weiter.  

Wir wünschen uns, so auch ein Anreiz-System zu etablieren, um Kirchengemeinden zu animieren, sinnvolle Maßnahmen tatsächlich umzusetzen, die dann schlussendlich auch zu einer Reduzierung der Betriebskosten führen und somit den kirchengemeindlichen Haushalt entlasten.      

pdp: Frau Käuper und Herr Müller, Sie beide betreuen die Energieoffensive im Erzbistum Paderborn und haben nun seit 2013 das bistumsweite Förderprojekt „Energiegutachten für betriebsnotwendige Gebäude“ aufgelegt. Wie viele Kirchengemeinden haben bislang daran teilgenommen?  

Katrin Käuper: Wie der Name des Förderprojektes schon erkennen lässt, bieten wir die Energiegutachten als eine Entscheidungshilfe für den Kirchenvorstand an. Der berät ja ohnehin kontinuierlich über seine Gebäude und trifft Entscheidungen. Bisher nehmen 215 Kirchengemeinden des Erzbistums Paderborn an der Energieoffensive teil. Dabei haben einige Kirchengemeinden auch gleich mehrere Gebäude zur Begutachtung angemeldet und mindestens einen ehrenamtlichen Energiebeauftragten uns gegenüber als Verantwortlichen benannt. Somit konnten bereits 298 Gutachten erstellt werden und 65 weitere Gutachten befinden sich aktuell in der Erstellung. Insgesamt beraten und begleiten wir bislang 235 ehrenamtliche Energiebeauftragte aus Kirchengemeinden. Diese nehmen an unseren Schulungen und Netzwerktreffen teil. Dass sich die Zahl der Energiebeauftragten erhöht, freut uns sehr.      

pdp: Gibt es bestimmte Voraussetzungen, um am Förderprojekt teilnehmen zu können?  

Nikolas Müller: Da unser Förderprojekt „Energiegutachten für betriebsnotwendige Gebäude“ vom Bundesumweltministerium anerkannt ist und wir einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent auf die Gutachtenkosten erhalten, haben wir auch bestimmte Vorgaben einzuhalten. Die zur Gutachtenerstellung angemeldeten Gebäude dürfen nicht später als 2002 erbaut sein und es darf auch keine umfängliche Sanierung der Gebäude bereits durchgeführt worden sein. Der Begriff „umfänglich“ ist hierbei zu verstehen als Umsetzung von zwei bis drei großen investiven Maßnahmen, wie beispielsweise eine Außenwanddämmung, Fenstertausch oder Heizungserneuerung in den letzten 15 Jahren. Daher mussten wir bislang leider auch immer wieder einmal ein bereits angemeldetes Gebäude aus dem Förderprogramm nehmen. Aber zu unserer großen Freude hält das die Kirchengemeinden nicht davon ab, ihre Gebäude erst einmal anzumelden, so dass wir prüfen können, ob alle Voraussetzungen erfüllt werden. Hier und da besteht durchaus ein kleiner Spielraum zur Auslegung der Förderkriterien. Darüber hinaus führen wir auch eine Liste mit den Gebäuden, die aus den genannten Gründen bislang nicht am Projekt teilnehmen durften. So können wir für diese nach einer anderen Lösung suchen.      

pdp: Herr Lüdeke, sofern also eine Kirchengemeinde des Erzbistums an der Energieoffensive teilgenommen hat, erhält diese Zugang zu einer erhöhten Förderung. Was ist denn mit den anderen Kirchengemeinden, die nicht teilgenommen haben?  

Florian Lüdeke: Zunächst einmal ist die Teilnahme an der Energieoffensive freiwillig und dieses ehrenamtliche Engagement eines Energiebeauftragten für seine Kirchengemeinde wird dann auch monetär entsprechend durch Fördermittel gewürdigt. Denn allein die Menschen vor Ort können sich um die Gebäude sinnvoll kümmern. Umso wichtiger ist, dass sie bei den speziellen Fragen in energetischer als auch bautechnischer Hinsicht Unterstützung erfahren.  

Die Kirchengemeinden, die nicht an der Energieoffensive teilnehmen, erhalten leider auch kein Gutachten. Dadurch erhält unser Bauamt auch nur eine geringe Grundlage zur sinnhaften Prüfung. Zudem gibt es auch keinen ehrenamtlichen Energiebeauftragten, der an den Fortbildungsveranstaltungen der Fachstelle Energieoffensive teilnimmt oder deren Beratung gezielt in Anspruch nimmt. Die Chance, vor Ort somit die richtigen Maßnahmen auf den Weg zu bringen, ist aufgrund der fachlich-technischen Anforderungen demnach deutlich geringer. Dennoch gelten im Rahmen des pauschalierten Bauzuschusses auch für jene Kirchengemeinden die aktuellen Förderrichtlinien. Das heißt, dass kleininvestive Maßnahmen wie beispielsweise Pumpentausch, hydraulischer Abgleich, ebenfalls über diesen Zuschuss abgerechnet werden dürfen. Die LED-Technik ist jedoch ausgenommen.      

pdp: Wie ihre Kollegen von der Fachstelle Energieoffensive berichten, haben sich auch einige Kirchengemeinden mit Gebäuden zum Förderprojekt angemeldet, die aber aufgrund der Fördervoraussetzungen nicht aufgenommen werden konnten. Somit haben diese Kirchengemeinden ja keine Chance zur Teilnahme. Wie wird denn damit umgegangen werden?  

Florian Lüdeke: Das ist richtig. Meine Kollegen haben dieses Problem auch schon in den zuständigen Gremien im Erzbischöflichen Generalvikariat angezeigt und wir arbeiten daran, eine Lösung zu finden. Nichts desto trotz hat jede Kirchengemeinde natürlich schon jetzt die Möglichkeit, sich an die Fachstelle Energieoffensive zu wenden, so dass nach einer individuellen Lösung gesucht werden kann. Hierbei ist beispielsweise denkbar, dass eine Kirchengemeinde einen akkreditierten Gutachter über die Energieoffensive beauftragt, ein Gutachten zu erstellen. Zum jetzigen Zeitpunkt müssten allerdings die dafür anfallenden Gutachterkosten von der beauftragenden Kirchengemeinde aufgebracht werden, um anschließend dann doch in den Genuss der erhöhten Förderung zu kommen. Meine Kollegen beraten die Kirchengemeinde hierzu gerne und zeigen auf, wo und ab wann eine eigene Beauftragung überhaupt als sinnvoll anzusehen ist.  

Wir, damit meine ich alle Kolleginnen und Kollegen aus den Abteilungen im Erzbischöflichen Generalvikariat, versuchen kontinuierlich, unsere Förderrichtlinien sinnhaft auf die bestehenden Bedürfnisse unserer Kirchengemeinden abzustellen. Somit werden wir auch weiterhin die Erkenntnisse aus der Energieoffensive und den einzelnen Projekten zum Zukunftsbild dafür nutzen. Für uns ist entscheidend, dass die Kirchengemeinden auch zukünftig wirtschaftlich handlungsfähig bleiben, um Seelsorge und Verkündung eigenverantwortlich gestalten zu können.